Auf der letzten EICMA erwarteten wir ganz gespannt auf ihre Enthüllung. Wir waren begeistert. Ihr einzigartiges Styling überwältigte uns. Es war so unkonventionell und trotzdem so eng mit der Geschichte der Marke Moto Guzzi vernetzt. Wir gerieten ins Schwärmen, als wir ihre gelb-weiß-schwarz lackierten Bodyparts sahen. Die Farben sind eine Hommage an ein abenteuerliches, verwegenes Kapitel der Rennsport-Historie des „Adlers von Mandello“ – an das Kapitel Paris-Dakar.

Dies ist das Konzept der V85: das jüngste Familienmitglied, das jeden in Erstaunen versetzte, vor allem uns, die Mitglieder von The Clan, begeisterte.

Wir wollten mehr dazu wissen. Also machten wir uns, ganz im Interesse unserer Community auf den Weg, um mehr über die Hintergründe der Entwicklung dieser Maschine in Erfahrung zu bringen. Dazu führten wir ein Interview mit dem Designer Marco Lambri, Leiter des Piaggio Group Styling Centers, der sich das Design ausgedacht hat. Er ist, genau wie wir, ein eingefleischter Guzzi-Anhänger.

1) Du bist durch und durch Guzzi-Fan und Mitglied von The Clan. Woher kommt deine Liebe für den „Adler von Mandello“, und was hat dich zu dem Design der V85 bewogen?
„Ich wuchs in der Werkstatt meines Vaters auf. Umgeben von Motoren. Als ich gerade fünf Jahre alt war, bekam ich mein erstes Motorrad geschenkt, eine 50er-Malanca. Seit dieser Zeit begeistern mich Motorräder.

Als ich 16 Jahre alt war, besuchten wir mit der Schule das Moto Guzzi-Werk in Mandello, dabei wurde meine Leidenschaft für den „Adler von Mandello – für Moto Guzzi“ geweckt. Nach den Produktionshallen zeigte man uns die alte kleine Teststrecke im hinteren Bereich des Werkes. Es hatte gerade aufgehört zu regnen, die Strecke war noch nass. Ein Testfahrer drehte seine Runden mit einer Le Mans III. Nachdem er seinen Test beendet hatte, hielt er mit der Maschine inmitten unserer Schulgruppe. Die Wärme, die warmen Reifen ließen die Feuchtigkeit auf dem Asphalt verdunsten. Das Knistern des Motors seiner Le Mans, dessen Material sich durch die Hitze ausgedehnt hatte, sich beim Abkühlen wieder zusammenzog, erzeugte irgendwie eine unglaubliche Atmosphäre. Ich war sprachlos und beschloss auf der Stelle, dass ich eines Tages in Mandello arbeiten und eine Moto Guzzi entwickeln wollte.

Ich weiß nicht mehr genau, wann ich meine erste Guzzi entworfen habe. Autos und Motorräder zu zeichnen, wurde bei mir zu einer Art Sucht. Ich brachte beinahe jeden Tag eine neue Idee zu Papier. Mein erstes berufliches Erlebnis in der Welt der Designer, geht in die Zeit zurück, als ich im Styling Center von Alfa Romeo tätig war. Aprilia hatte zu diesem Zeitpunkt gerade die Marke Moto Guzzi übernommen. Ich habe mich damals dort beworben und gleich ein paar meiner Designideen mitgenommen. So landete ich, einige Jahre später und nach einer ganzen Reihe an Entwürfen, bei einem der interessantesten und spannendsten Projekte, die ich je zu Papier gebracht habe – dem Projekt V85“.

2) Auf der Website unserer Community haben wir bereits über die Geschichte von Moto Guzzi bei der Paris-Dakar berichtet: Wie viel dieser Legende, wie viel dieser Off-Road-Tradition des „Adlers von Mandello“ lebt in der V85 weiter?
„Das Phänomen „Klassik“ und die Rückbesinnung auf bestimmte Werte aus der Anfangszeit des Motorrades bedeuten weit mehr als nur eine Modeerscheinung. Es ist die Form eines neuen Typs von Motorradfahrern, die ganz unterschiedliche Ansprüche haben, die heute zum Tragen kommt: Ein Typ Fahrer, dem das Aussehen seiner Maschine besonders wichtig ist, mit der er die Möglichkeit hat, seiner Persönlichkeit zu Ausdruck zu verleihen. Leider wird heute im Segment der „klassischen Motorräder“, insbesondere wenn es um den Off-Roader geht, mehr Wert auf Image und zu wenig Wert auf Praxistauglichkeit gelegt. Die V85 ist eine Kombination, sie vereint Praxistauglichkeit mit einem ganz eigenen Stil, Motorrad zu fahren. Wie auch immer – für mich ist die V85 ein richtig modernes Motorrad. Wir bezeichnen sie gerne auch als „Klassiker“, schließlich verkörpert sie all die Werte, von denen Motorradfahrer behaupten, dass sie zeitlos und damit eben klassisch sind. Hinsichtlich Aufbau, Stabilität und Bedienerfreundlichkeit ist die V85 recht simpel gehalten. Sie hat keinen unnötigen Schnickschnack. Sie erinnert an die Enduros der frühen 80er-Jahre. Motorräder, mit denen du überall hinfahren und wirklich alles machen konntest. Motorräder, mit denen man zur Arbeit fuhr, am Wochenende an den See oder in den Sommerurlaub.

Von der Lodola Regolarità bis zur TT- und NTX-Serie, die Off-Road-Geschichte von Guzzi zeigt jede Menge inspirierende Beispiele. Motorräder, die einfach und praktisch waren, die italienische geprägt waren, mit denen man sich auf jedem Terrain wohlfühlte. Die V85 greift dieses Erbe auf. Dazu verfügt sie über den einzigartigen Charme der Marke, einen Charme der einem anderen Kapitel der Off-Road-Historie der Marke zuzuschreiben ist, nämlich der legendären Rallye Paris-Dakar.
Der in Mailand vorgestellte Prototyp ist eindeutig eine Anspielung auf die Moto Guzzi V65 TT, die Claudio Torri 1985 bei der Paris-Dakar einsetzte, das trifft vor allem auf die Farben und die Grafik zu. Wir waren der Meinung, dass dieses Motorrad die Idee, ein „klassisches Enduro-Konzept“ vorzustellen, das gleichzeitig die Off-Road-Geschichte von Moto Guzzi hervorhebt, optimal erfüllt.

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