Moto Guzzi The Clan
GESCHICHTE

Alle Militärfahrzeuge der Guzzi

1928. Das Jahr der ersten Lieferung der Moto Guzzi an das Militär. Sie bestand aus einem Los von serienmäßigen, begrenzt modifizierten G.T. 500. Mit der Zeit allerdings wurde es nötig, die Motorräder an die Bedürfnisse der Soldaten anzupassen. Die gefragtesten Eigenschaften? Die Wendigkeit und die Fähigkeit, sich an jedes Gelände anzupassen.

Werfen wir mithilfe des Buchs „Moto Guzzi” von Mario Colombo (Giorgio Nada Editore) gemeinsam einen Blick zurück auf die Geschichte der Militärmotorrädermit der Adlermarke.

G.T. 17
1932 entsteht das erste wahre Kriegsmotorrad von Guzzi. Es kam im Afrikakrieg von 1935-36 zum Einsatz, wo es sich als verlässlicher Verbündeter unserer Soldaten erwies. Bei dem Motorrad handelte es sich um eine Variante der G.T., die später zur G.T. 16 für zivile Zwecke führen sollte. Obwohl als Motor unverändert der liegende Einzylinder diente, wurden in die Brennkammer drei „becchi” („Schnäbel“) eingeführt, die im Falle eines Bruchs das Herabfallen des Zylinderkopfventils in den Zylinder verhindern sollten. Eine Maßnahme, die den Einsatz von Guzzi-Fahrzeuge im Krieg garantierte, denn Motoren mit seitlichen Ventilen galten für das Heer als sicherer.

Auch der Rahmen war dem der G.T. 16 sehr ähnlich, mit dem Unterschied, dass die Zweisitzerversion die Möglichkeit bot, die Hinterradfederung je nach Gewicht zu regulieren. In den meisten Fällen kamen zwei übereinander gelagerte Schalldämpfer zum Einsatz und je nach dem geplanten Verwendungsweck gab es verschiedene Ausstattungen, wie z. B. mit Gepäckträger, Munitionskisten, Anhängerkupplungen für den Transport von MGs und auch einen MG-Halter auf dem Lenker.

 

Alce

Das Militärmotorrad von Moto Guzzi schlechthin, das nach der G.T. 20, dem Nachfolgermodell der  G.T. 17, entstand. Insgesamt wurden 6.390 Exemplare gebaut. Die Alce wurde allen Regimentern als Erkundungsfahrzeug und zur Anführung von Kolonnen zugewiesen: Sie gehörte zur Ausrüstung ganzer motorisierter Bersaglieri-Regimenter.

Beim Motor der Alce erfolgte die Verteilung über sich gegenüber sitzende Ventile, die Kupplung hatte vier Gänge mit einem handbetätigten Vorwählgetriebe.  Der Rahmen wurde geändert, um höhere Bodenfreiheit (gut 210 mm) und einen kleinen Achsabstand zu bekommen. Auch bei der Alce gab es zahlreiche, sehr unterschiedliche Ausstattungen, je nach den spezifischen Bedürfnissen: auch die Version als Sidecar mit einem dritten, gefederten Rad wurde gebaut, ein für die damalige Zeit nicht schönes, aber seltenes Beispiel . Nach dem Krieg fuhren sowohl das Italienische Heer als auch die Straßenpolizei die Alce weiter, bis sie 1955 durch die Moto Guzzi Falcone ersetzt wurde.


Trialce

Hierbei handelt es sich um einen kleinen Transporter mit zwei Hinterreifen, Kettenantrieb und Differenzial. Verschiedene Abteilungen wurden mit der Trialce ausgestattet, darunter die Fallschirmjäger, mit einer speziellen, zerlegbaren Version. Die Trialce wurde von 1940 bis 1943  in 1.741 Exemplaren gebaut, kam in Korsika, Afrika und Griechenland zum Einsatz und wurde in einigen Fällen mit einem MG anstelle des Kofferaufbaus ausgerüstet. Die Trialce spielte für die Bersaglieri-Regimenter, insbesondere für diejenigen in Russland, eine sehr wichtige Rolle.

 

Superalce

Nach dem zweiten Weltkrieg bis 1957 wurde dieses letzte Militärmotorrad produziert: es handelte sich um eine aktualisierte Version der Alce. Sie hatte einen Motor mit zwei schräg angeordneten, nicht verdeckten Zylinderkopfventilen, nach dem gleichen Schema der Motoren der V-Serie. Die pedalbetätigte Kupplung war bei den Alce-V-Prototypen eine Klauenkupplung, danach mit Schubwechselgetriebe. Nur wenig geändert wurde der Rahmen: die wichtigste Änderung betraf die Wiedereinführung der regulierbaren Hinterradfederung

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