Was bedeutet es eigentlich, eine Moto Guzzi zu fahren? Es bedeutet, die nunmehr fast hundertjährige Geschichte der Marke in seine Arme zu schließen. Vor allem bedeutet es, dass man jedes Mal, wenn man auf sein Motorrad steigt und den Motor startet, wieder neue Geschichten schreibt.

Viele dieser Geschichten behalten wir für uns, viele hätten es verdient, dass man sie erzählt. Erzählt für Menschen wie uns, den Mitgliedern von The Clan, die wie wir alle unsere Leidenschaft für den „Adler aus Mandello“ teilen. Jürgens Erlebnis ist dafür ein echtes Paradebeispiel.

Eine Reise, die nunmehr 30 Jahre andauert, ist der Beweis für die Liebe eines Menschen gegenüber Moto Guzzi und Italien. Luigi, ein Mitglied unserer Community, war einer der ersten, der beeindruckt verharrte, um dieser schönen, authentischen Geschichte über eine Moto Guzzi zu lauschen. Er hat sie für uns zu Papier gebracht.

Tausend Dank an Jürgen und Luigi. Und jetzt viel Spaß beim Lesen.

Köln 1982 – Der Traum, der wahr wurde
Das Beste an dieser Story ist, wir können sie wirklich von Anfang an erzählen. Die Geschichte beginnt in Köln. Und zwar im Jahr 1982. An einem nicht mehr genau definierbaren Tag dieses Jahres besuchte Jürgen eine Motorradwerkstatt. Ein guter Freund hatte ihm gesagt, dass eine ältere Dame die Maschine ihres Sohnes in der Werkstatt abgegeben hätte, um sie zu verkaufen. Dort abgestellt und seit dem tragischen Tod ihres Besitzers nie wieder gestartet, stand die Maschine dort wie verlassen herum. Dies vorausgeschickt, trägt diese Story alle Merkmale klassischer Geschichten, die jeder Fan, nicht nur der von Motorrädern, in seinem Leben schon oft gehört hat. Geschichten, die surreal klingen, aber in diesem Fall ist es nicht so. Jawohl, denn an diesem Tag ging Jürgen tatsächlich in die Werkstatt, um sich genau dieses Motorrad anzusehen, ohne dass er vorher etwas über die Marke und das Modell wusste. Als er drinnen war, sah er das Motorrad, das fast völlig unter einer schweren Decke verborgen war. Dies war das einzige Zeichen von Sorgfalt und liebevoller Verwahrung, das ihr über viele Jahre der Gleichgültigkeit entgegengebracht worden war. Jürgen hob eine Ecke der verstaubten Decke an und schaute auf die linke Seite der Maschine. Wenn er heute die Geschichte erzählt, sieht man ihm die Begeisterung, als er das Emblem „750-S3“ entdeckte, noch immer an. Er zögerte keinen Moment. Alles, was er dem Mechaniker sagte, war: „Gut, die nehme ich“.

Sportlich, mit klarem Blick und Gesichtszügen, die seine osteuropäischen Wurzeln widerspiegeln, ist Jürgen heute ein bekannter Journalist, Ehemann und Vater von fünf Kindern, von denen ihm zwei bereits prächtige Enkel geschenkt haben. Zur damaligen Zeit war er, wie viele andere, ein mittelloser Student, der zuvor nur Motorräder mit 50 oder 125 Kubikzentimeter Hubraum besessen hatte. Doch Jürgen hatte klare Vorstellungen und einen Traum, den er eigentlich für unerfüllbar hielt. Jeden Tag sah und hörte er eine S3 vorbeifahren. Sie gehörte einem Nachbarn, der, um es ganz offen zu sagen, nicht mal ein wirklich netter Typ war. Jürgen sagt, dass jedes Mal, wenn der Nachbar auf seiner S3 vorbeifuhr, er sich eine Frage stellte, auf die es keine einfache Antwort zu geben schien und die somit unbeantwortet blieb: „Wie kann ein Motorrad nur so bildschön sein“? Wenn er heute über diese Zeit spricht, fügt er ergänzend hinzu: „Sie wirkte so enorm lang, doch gleichzeitig sehr agil und kraftvoll. Für mich war es das schönste Motorrad der Welt.“ Einige Tage nach seinem schicksalshaften Werkstattbesuch kaufte Jürgen die S3 und erfüllte sich damit seinen Traum. Nachdem er sie nach Hause gebracht hatte, schenkte unser Neu- Guzzi-Besitzer ihr, so wie sie es verdient hatte, zunächst viel Pflege und Aufmerksamkeit, zumal sie so lange Zeit nicht gelaufen war. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte Jürgen keinerlei Vorstellung, welches Schicksal ihn in Zukunft erwarten würde. Stell dir vor, wie er sich wohl gefühlt hätte, wenn er gewusst hätte, dass seine 750-S3 später für ein Treffen sorgen würde, das sein Leben verändern sollte? Die Jahre vergingen. Fünf Jahre, um es genau zu sagen, als die Zeit für eine Italienreise reif war.

MÖCHTEN SIE DEN GANZEN ARTIKEL LESEN?
LOGGEN SIE SICH EIN, BZW. REGISTRIEREN SIE SICH, UM DIE WELT VON THE CLAN ZU BETRETEN

oder GEHEN SIE ZURÜCK ZUR HOMEPAGE